Berufsunfähigkeitsvorsorge – schön, dass Sie den Sozialstaat entlasten

Für eine private Berufsunfähigkeitsvorsorge Sorge zu tragen ist ein sehr vorausschauendes Ansinnen, um bei einer eingetretenen Berufsunfähigkeit/ Erwerbsunfähigkeit einen Einkommensersatz für den Fall der Fälle zu haben und nicht von sozialer Hilfe abhängig zu sein.
Es soll aufgeschlossene und auch junge Menschen geben, die für eine Berufsunfähigkeitsvorsorge Gedanken entwickeln.

Vorsicht vor einer zu gering gewählten Rentenhöhe bei Berufsunfähigkeitsvorsorge!Die Beratung zur Berufsunfähigkeitsvorsorge war umfassend, der Kunde hat entschieden

Mit diesem Gedanken, eine Berufsunfähigkeitsvorsorge einzukaufen, wurde ein Versicherungsfachmann konsultiert. Die Beratung war in Ordnung, enthielt alle wichtigen Informationen und entsprach gänzlich den Vorstellungen des Kunden. Er wählte aus den vom Berater empfohlenen Versicherungsunternehmen eines aus, das dieses Risiko der Berufsunfähigkeit mit einer monatlichen Rente von 800,- € schließlich in Deckung genommen hat. Die Rentenhöhe für die Berufsunfähigkeitsvorsorge wurde durch den Kunden nach Abwägung der Prämie mit der Rentenhöhe so gewählt. Soweit finden sich viele Versicherte in dem Geschilderten wieder.

Die Berufsunfähigkeitsvorsorge war gut gedacht – doch dann die Überraschung

Nun geht unsere Geschichte weiter. Die Zukunft unseres Modellkunden hielt wenig Schönes für ihn bereit. Nach kurzer Zeit wurde unser Kunde in Folge einer Krankheit berufsunfähig und schied aus dem Erwerbsleben aus. Das Krankheitsbild war vom gesetzlichen Rententräger her nicht ausreichend, um eine Erwerbsminderungsrente beantragen zu können. Eine Arbeitsstelle auf dem Arbeitsmarkt konnte wegen der Vorerkrankung nicht vermittelt werden. Die Berufsunfähigkeitsvorsorge, die der Kunde abgeschlossen hatte griff und  zahlte die monatliche Rente im Zuge der Vertragserfüllung aus. Die versicherten 800,- €  monatlich waren schnell verbraucht und die Ersparnisse waren ebenfalls nach kurzer Zeit aufgebraucht. Was nun? Das Sozialgesetz (SGB XII) sieht vor, dass jemand, der mit seinem Einkommen nicht auskommt, eine Grundsicherung in Höhe von derzeit ca. 380,- € und zuzüglich einen Unterkunftskostenzuschuss in Höhe der Miete von ca. 450,- € erhält. Nun schien das Schlimmste gebannt zu sein. Es stand nun ein weiteres Einkommen von rund 800,- € ins Haus – oder?
Bei der Beantragung der Grundsicherung kam die privat abgeschlossene Berufsunfähigkeitsvorsorge zur Sprache. In Kenntnis dieses Renteneinkommens wurde die Rechnung wie folgend revidiert: Grundsicherung plus Unterkunftskostenzuschuss abzüglich privater Vorsorge. In Zahlen: 380 + 450 – 800 = 30,- €/Monat.

Was blieb war die privat subventionierte staatliche Grundsicherung

Der Schrecken war groß. Konnte es denn sein, dass die Rente aus einer  privaten Berufsunfähigkeitsvorsorge gegen soziale Zuwendungen aufgerechnet und auf diese Weise “aufgefressen” wurde?

Ja!

Bei der Beantragung der Grundsicherung werden Einkommensbeträge gegen die Leistungen zur Grundsicherung gerechnet. Das bedeutet, dass die monatlichen Renten der privat abgeschlossenen Berufsunfähigkeitsvorsorge die zu erbringenden Leistungen der Sozialkassen reduziert.

Wie entgehe ich der Anrechnung zur Grundsicherung?

Nun, zunächst ist es sicherlich verständlich und legitim, dass soziale Geldleistungen in einer Höhe erbracht werden, wie sich die private Leistungsfähigkeit erschöpft.
Ungeachtet dieser Regularien ist es von existenzieller Wichtigkeit, eine private Berufsunfähigkeitsvorsorge zu betreiben. Das bedeutet, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung in einer Höhe abgeschlossen werden sollte, die deutlich jenseits der sozialen Grundsicherung liegt. Die Wahl einer nicht auskömmlichen Rente, nur um einen entsprechend geringeren Beitrag zu erzielen, macht aus Sicht des Versicherten und seiner Berufsunfähigkeitsevorsorge wahrlich keinen Sinn, wenn es sich nicht um eine Ergänzungsmaßnahme zur Rentensteigerung insgesamt handelt.

Welche Rentenhöhe ist bei der Berufsunfähigkeitsvorsorge die Richtige?

Nach Einführung der Erwerbsminderungsrente sind die Leistungen für Jahrgänge nach 1961 eher zu vernachlässigen. Um volle Ansprüche aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente zu erhalten, muss der Betroffene tendenziell den vorzeitigen “Verlust des Lebens” glaubhaft machen können. Deshalb sollte der Bezug zum Einkommen hergestellt werden, ohne die eventuellen gesetzlichen Leistungen zu berücksichtigen.
Eine genaue Vorgabe gibt es nicht. Die Versicherer haben differente Vorstellungen. Bei der einen Gesellschaft spricht man von 90 % des Nettoeinkommens. Andere Gesellschaften sehen 80 % des Bruttoeinkommens als angemessen an.
Sinnvoll könnte sein, sich tatsächlich am Nettoeinkommen zu orientieren, denn dieser Wert entspricht auch dem Einkommen des Versicherten ohne Erkrankung oder Berufsunfähigkeitsstatus.

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