Rendite von Rentenversicherungen

Als privates Gegenstück zur gesetzlichen Rentenversicherung wird oder wurde die private Rentenversicherung angesehen – schon wegen den vielen Möglichkeiten zur Ausgestaltung. Aber es gibt immer wieder Diskussionen um die Rendite von Rentenversicherungen.

Nicht nur die Rendite von Rentenversicherungen sollte ausschlaggebend seinJeder spricht  heute von der Unauskömmlichkeit der gesetzlichen Rente, wenn es um die Altersversorgung geht. Alle, die sich Fachleute nennen und vielleicht auch sind, empfehlen den Bürgern zusätzlich privat für ihre Altersversorgung zu sorgen, um nicht als Rentner dem Sozialstaat zur Last fallen zu müssen. Der brave Bundesbürger geht nun los und versucht die Empfehlung umzusetzen. Aber was hört er da? Verbraucherverbände, andere vermeintliche Fachleute und viele “Kenner der Materie” empfehlen, von den klassischen Produkten der Altersversorgung, wie der Leibrente (private Rentenversicherung), Abstand zu nehmen – weil die Rendite von Rentenversicherungen nicht hinreichend gegeben sei!?  Und dann ist doch auch noch die Inflation als Gegenspieler zur Rendite!

Viele Bedenken und viele Gründe etwas nicht zu tun und die bleibende Gefahr, ein armer Altersrentner zu werden

Nun steht er da, der gute Bürger und fragt sich: Welches Produkt soll ich zur Altersvorsorge wählen?
Da ist das Tagesgeldkonto, als kurz oder länger laufende Version, Rendite schwankend von 0,2 bis max. 2 % derzeit.
Da sind die Anlagemöglichkeiten des Fondssparens entweder über eine Fondspolice oder über die Fondsanlage bei einem Anlageinstitut.  Die Rendite derzeit liegt seriös vielleicht nicht schlecht, so bei 2 – 4 %, vielleicht etwas höher?
Und die Aktienanlage: Von Anbietern bisweilen mit nicht näher erklärten hohen Renditen belegt. Und wenn eine Produktofferte noch nicht genannt ist – es gibt derer so viele, sie können hier nicht alle aufgezählt werden.
Wird eine halbwegs annehmbare Rendite angeboten, spielt die allseits apostrophierte Flexibilität des Produktes nicht mit, oder das Risiko ist zu hoch für das Risikoprofil des Anlegers. Liebäugelt der um seine Versorgung bangende Bürger mit der privaten Rentenversicherung (auch als die klassische private Rentenversicherung bezeichnet) wird ihm nahegelegt, Rendite und Flexibilität genauer unter die Lupe zu nehmen! Und darüber hinaus ist die private Rentenversicherung ja eh ein schlechtes Produkt, weil der Berater, der dieses Produkt nach vorangegangener Beratung anbietet ja auch noch eine Provision bekommt!?

Die Geschichte von dem Vater, dem Sohn und dem Esel

Bei der Vielzahl von Ratschlägen, die auf den besorgten Bundesbürger herein prasseln, drängt sich die Geschichte von dem Vater, dem Sohn und dem Esel auf. Die Herkunft dieser Geschichte ist mir nicht bekannt. Sie wurde schon in meiner Kindheit oft erzählt:
Der Vater wollte mit dem Sohn in die Stadt gehen um dort Produkte des Hofes zu verkaufen und Waren von anderen Händlern einzukaufen. Der Vater holte  den Esel aus dem Stall, setzte seinen Sohn auf den Esel und machte sich auf den Weg. Unterwegs trafen sie andere Menschen von denen sich einige darüber erbosten, dass der Sohn, noch jung an Jahren, reiten durfte und der arme Vater zu Fuß unterwegs war. Um diesem Gerede ein Ende zu setzen, tauschten Vater und Sohn die Positionen. Der Vater ritt auf dem Esel und der Sohn lief zu Fuß. Wieder kamen Menschen und äußerten ihre Missbilligung, dass der Vater den kleinen Sohn laufen lassen würde, er selbst jedoch ritt. Also stieg der Vater vom Esel und beide, Vater und Sohn gingen zu Fuß. Aber auch das war den Menschen, die den Dreien begegneten, nicht recht, dass der Esel als Lasttier so daher kam und Vater und Sohn laufen würden. Reagierend setzte sich der Vater gemeinsam mit dem Sohn auf den Esel und ritt stadtwärts. Auch das war den Menschen nicht recht, dass der arme Esel zwei so schwere Lasten zu tragen hätte. Also setzte der Vater den Sohn auf den Esel und nahm sich den Esel auf die Schulter und ging so in die Stadt hinein.

Was ist da zu tun?

Vielleicht ist es sinnvoll etwas beruhigt an die Klärung heran zu gehen. Was wir kennen, das sind die Faktoren die das Sparen beeinflussen, nämlich die Sparrate – alternativ das Sparziel, die Verzinsung, die Zeit und das Anlagerisiko.

Die Sparrate.
Das monatliche Budget ist sicherlich (mit-) bestimmend, wie hoch die Sparrate ausfallen kann. Da das Budget, die nach Ausgabenabzug verbleibende Liquidität und auch das Sparziel letztlich in einem Dreiklang stehen, ist eine “Übersparung” nahezu ausgeschlossen. Folglich sollte der Sparbeitrag annähernd die zu ergänzende Versorgung widerspiegeln.

Die Zeit.
Es galt schon in alten Zeiten der Spruch: “Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not!”  Das bedeutet, dass  auch der Zeitraum des Sparens deutliche Auswirkung auf die Höhe der Sparrate hat. Je später jemand mit dem Ansparen seiner Versorgung beginnt, desto höher wird die jeweilige Aufwendung pro Monat oder Jahr bei gleichem Versorgungsziel sein.

Die Verzinsung / Rendite
Die Verzinsung ist von dem allgemeinen Finanzmarkt abhängig. Ein auf dem Markt gültiger Zinssatz kann in den wenigsten Fällen von einem Produkt um ein vielfaches überstiegen werden – gleiche Anlagesicherheit vorausgesetzt, weil auch der Anbieter in der Regel den vorherrschenden Finanzmarkt nutzt. Ebenfalls ist zu berücksichtigen, ob eine Anlage die gleichen Anlageziele und Inhalte hat. Wir kennen die Vergleiche von Äpfel und Birnen!

Das Risiko einer Anlage
Im Allgemeinen gilt, je höher ein Risiko in einer Anlageform vorherrscht, um so höher kann auch die Rendite eines solchen Produktes ausfallen. Ist kein Risiko vorhanden, halten sich auch die Renditen in überschaubaren Größen.

Rendite von Rentenversicherungen 

Ein weiterer Aspekt  ist die Verwendung der Sparrate. Teilt sich eine Sparrate auf, z.B. in einen Sparanteil und einen Risikoanteil, wäre es diesem Produkt gegenüber unfair, die gesamte Prämie zur Renditeberechnung anzugeben, denn der Anteil der Sparrate für das Risiko steht zur Kapitalanlage nicht mehr zur Verfügung. Was kann das für ein Risiko sein, dass da berücksichtigt werden muss? Je nach Vertragsgestaltung kann man z.B. den Todesfall absichern. Bei Rentenversicherungen können zusätzlich z.B. Hinterbliebenenrenten (Witwenrenten) mit integriert werden, so dass bei vorzeitigem Tod des Rentenbeziehers dessen Altersrente auf die Witwe in einer bestimmten Höhe übergeht,  z.B. in Höhe von 60 %  analog zur gesetzlichen Rentenversicherung. Der Einschluss von einer Berufsunfähigkeitsrente, oder auch nur die Beitragsbefreiung der Rentenversicherung bei Berufsunfähigkeit sind ebenfalls möglich und vielleicht auch sinnvoll, denn sollte in der Ansparphase eine Minderung in der Erwerbsfähigkeit (Berufsunfähigkeit) eintreten, ist oftmals auch das Sparziel “Altersversorgung” in Gefahr.
Die Verzinsung von Leibrentenversicherungen schauen wir uns in einem Beispiel einmal an. Basis sind die Durchschnittswerte von fünf Gesellschaften, die mit hohem Rating und Ranking bewertet wurden. Die Beispiel-Person ist 45 Jahre alt und der Rentenbeginn / das Datum für die Kapitalauszahlung soll das 67. Lebensjahr sein. Die ausgewiesenen Garantiewerte der Kapitalleistungen zum Laufzeitende entsprechen im Durchschnitt einer Verzinsung von derzeit 0,675 % und die prognostizierte durchschnittliche Gesamtleistung zum Laufzeitende ergab eine Verzinsung von 3,21 %.  Selbst bei der vielleicht nicht gern gesehenen langen Laufzeit ist diese Zinsausage doch eher nicht schlecht – oder?

Empfehlung

Lassen sie sich als Verbraucher nicht irritieren. Sie als der Betroffene kennen am Besten Ihre finanziellen Verhältnisse. Sie können am Besten ihre Risikobereitschaft und Ihren persönlichen Bedarf einschätzen. Wenn dies in Ihrem persönlichen Umfeld begründet ist, sollten Sie auch auf die Klassiker der Versorgung zurück greifen, ohne sich ein schlechtes Gewissen machen zu lassen. Sie allein tragen das Ergebnis Ihrer Entscheidung aus. Was nützt Ihnen ein hoher vorhergesagter Zinsertrag, wenn bei Ihrem Tod die Hinterbliebenen zur Armut tendieren müssen. Natürlich kommt jetzt wieder der Hinweis auf die Möglichkeiten der Risikoabsicherung – ja, Risikoabsicherung kostet Geld. Aber gehen diese Aufwendungen nicht auch bei gleichem Budget zu Lasten der Versorgung und zu Lasten der Sparrate (siehe auch oben – Budget)?

Denken Sie daran, es gibt keinen Königsweg. Eine Anlageentscheidung sollte nur ganz persönlich, ganz individuell gefällt werden.
Suchen Sie sich einen Versicherungsmakler / Versicherungsmaklerin Ihres Vertrauens, schildern Sie ihm/ ihr Ihre persönliche Situation und ich bin ganz sicher, dieser Versicherungsmakler / diese Versicherungsmaklerin wird Ihnen aufgrund seiner / ihrer qualifizierten Ausbildung und der umfangreichen Marktkenntnisse die adäquate Versorgung anbieten, die zu Ihren Zielvorstellungen, zu Ihrem Versorgungsproblem und zu Ihrem Budget passt.
Und sollte er / sie  einmal, weil er / Sie auch nur ein Mensch ist einen Fehler gemacht haben, haftet er auch dafür.

Egal wie Sie sich letztlich entscheiden,Tagesgeld, Aktienanlage, Fondsanlage, Fondspolice oder die klassische Rentenversicherung:

Wichtig ist, das  Sie etwas tun, frühzeitig und ausreichend! Denn ohne private Altersvorsorge werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit als Rentenbezieher von Dritten abhängig werden.

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