Pension Check-up / Soll-Ist-Vergleich

Der Pension Check-up, auch Soll/Ist-Vergleich genannt, ist die Gegenüberstellung der Verpflichtungen aus einer dem Pensionsberechtigten  zugesagten Versorgungsleistung und der Werthaltigkeit der bestehenden Rückdeckung zur Finanzierung dieser Pensionsverpflichtungen.
Nun bedeutet Leben Veränderung – auch bei Pensionszusagen/ Direktzusagen mit Rückdeckungsversicherung. Das wird nicht einfach von uns als Versicherungsmakler so daher gesagt. Hinter dieser Aussage können sich einige Probleme verstecken, die oft genug erst dann zum Vorschein treten, wenn es vielleicht für eine vorsorgliche Gegensteuerung zu spät ist. Eine vor Jahren optimale betriebliche Versorgung für Arbeitnehmer, aber insbesondere für Führungskräfte und Gesellschafter-Geschäftsführer, deckt heute vielleicht nicht mehr den Bedarf oder trifft nicht mehr die gesetzlichen Rahmenbedingungen einer betrieblichen Versorgung.

Mit dem Pension Check-up vermeiden Sie böse Überraschungen.

Deshalb bieten wir – als unabhängiger Versicherungsmakler – im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten mit dem Pension Check-up, oder dem Soll/Ist-Vergleich, eine Prüfung der bestehenden Versorgungswerke an. In der Praxis treffen wir regelmäßig auch auf Versorgungswerke für Arbeitnehmer, Führungskräfte und Gesellschafter-Geschäftsführer die für die Versorgung den Durchführungsweg der Pensionszusage gewählt haben. Oft weisen diese Zusagen neben formalen Unzulänglichkeiten (steuerliche Anerkennbarkeit) auch Lücken in der Finanzierung auf.

Wie kommen diese Versorgungslücken in der betrieblichen Versorgung zustande?

Im Laufe der Zeit haben sich zwischen Zusage und aktuellem Datum vielfach die Rahmenbedingungen und der Kapitalmarkt geändert – die Ursachen können auch zusammenwirken. Da sind z.B. sich erhöhende Pensionen im Rentenalter, weil die Zusage dies so vorgibt (gehaltsabhängige Zusage) – die Rückdeckungsversicherung ist jedoch nicht entsprechend angepasst worden. Der Kapitalmarkt und damit natürlich auch der Ertrag einer Rückdeckungsversicherung verändern sich negativ. Das führt zu einer geringeren Versicherungsleistung und damit zu einem Finanzierungsproblem bei der zugesagten Altersrente.

Pension Check-up deckt redaktionelle Fehler und Finanzierungslücken auf

Der wohl mit schwerwiegendste Grund für eine zu geringe Kapitaldecke zur Finanzierung der Altersrente ist die gestiegene Lebenserwartung. Hierzu ein das Beispiel: Bei einer angenommenen monatlichen Rentenleistung von nur 1.000,–  EURO und einer gestiegenen Lebenserwartung von 5 Jahren, entsteht durch die längere Gewährungszeit ohne Zinsen ein Kapitalaufwand von 60.000,– EURO. Bleibt diese längere Lebenswahrscheinlichkeit unberücksichtigt, ist die Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtung schon aus diesem Grund defizitär.
Ein nicht unerheblicher Grund für eine Sanierungsempfehlung sind Differenzen zwischen zugesagter biometrischer Risiken, wie Berufsunfähigkeitsrenten und Hinterbliebenenversorgung. Auch hier ein Beispiel: Die Pensionszusage weist eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente bei eintreten einer Berufsunfähigkeit aus. Die adäquate Rückdeckung dieser Berufsunfähigkeit ist aber nicht Gegenstand der Rückdeckungsversicherung. Der Arbeitgeber muss der Pensionszahlungsverpflichtung nachkommen, die Rückdeckungsversicherung ist jedoch leistungsfrei, weil z.B. ein vertraglicher Ausschluss (Vorerkrankung) bei Vertragsabschluss in der Pensionszusage nicht berücksichtigt wurde. Was das im Extremfall bedeuten kann? Bei einer zugesagten Berufsunfähigkeitsrente sind die Renten so lange zu zahlen, wie der Pensionsberechtigte berufsunfähig ist, respektive so lange er lebt. Die Firma muss in der Folge diese Pensionsleistungen  z.B. aus dem Cash-flow aufbringen. Schlimmer ist jedoch, dass die Rückstellungen (Passivierungspflicht § 249 Abs. 1 HGB / § 6a EStG)  in einem solchen Fall sofort aufzustocken sind, nämlich auf die wahrscheinliche Rentenzahlungszeit. Ein gigantischer Bilanzsprung ist die Folge. Dieser Mechanismus kann auch ein prosperierendes Unternehmen in oder an den Rand der Insolvenz bringen.
Vielfach wurde auch die Berechnung der Kapitalsumme für die Altersrente auf Basis der steuerlich vorgegeben  Heubeck-Richttafeln mit einem derzeit angenommenen Zins von 6 % vorgenommen (siehe auch § 6a EStG). Die Kalkulation einer Rückdeckungsversicherung basiert dagegen auf Basis der DAV-Tafeln (Sterbetafeln der Deutschen Aktuarvereinigung), die mit weitaus höheren Werten rechnen. Dies führt zu einer beträchtlichen Intransparenz bei der Berechnung der betrieblichen Altersversorgung.

Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) ist Realität. Die Bilanzierung erfolgt in der Regel nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS). Finanzierungsdefizite (Leistungen der Rückdeckungsversicherung reichen nicht aus) werden deutlich sichtbar und belasten unter Umständen die Bilanz. Welche Lösungsmöglichkeiten bietet der Markt?

Der Sinn des Pension Check-up? Er schützt vor unliebsamen Überraschungen

Ein Pension Check-up deckt durch den Abgleich des Finanzierungsbedarfes der Pensionszusage oder Direktzusage  und der Leistung aus der Rückdeckungsversicherung ein eventuelles Finanzierungsdefizit auf. Im Zuge des Pension Check-up sollte auch -wenn nötig- eine redaktionelle Anpassung der Pensionszusage/Direktzusage an das aktuelle rechtliche Umfeld erfolgen. Sie können frühzeitig auf Defizite reagieren und gegensteuern. Böse Überraschungen kurz vor dem Pensionsalter bleiben aus.

Und da war noch das Haftungsdreieck für den Arbeitgeber bei anderen Durchführungswegen!

Betriebliche Altersversorgung umfasst mehrere Durchführungswege. Selbstverständlich sollten auch hier die Weichen so gestellt werden, dass Überraschungen für den Arbeitgeber ausbleiben. So kann es passieren, das sich der Arbeitgeber aufgrund unkoordinierter Zusagen im Bereich der Direktversicherung im “Haftungsdreieck” verfängt. Auch hier ist ein gegensteuern dann von Vorteil, wenn der Arbeitgeber keine (bösen) Überraschungen erleben möchte.

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