Fondspolice – die Alternative zur Lebensversicherung

Die Fondspolice, oder auch fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherung ist eine besondere Version der Lebensversicherung. Sie unterscheidet sich in einem gravierenden Punkt von der Lebensversicherung, nämlich in der Form der Kapitalanlage. Die Fondspolice ist also eine Kombination aus Fondsanlage und Risikoversicherungen. Sie ist eine echte Alternative zur Lebens- und Rentenversicherung in der privaten und  betrieblichen Altersversorgung, und hier speziell der Entgeltumwandlung (auch Eichelrente genannt).

Die Fondspolice ist eine besondere Form der Lebensversicherung.Fondspolice – die Kapitalanlage macht den Unterschied

Bei der bekannten, klassischen Lebensversicherung werden die Kundengelder von den  Versicherungsunternehmen angelegt in Immobilien, Rentenpapiere und Aktien. Diese Formen der Anlage dienen durch die Anlagestreuung in erster Linie der Sicherheit.  Aus dem Blickwinkel der Anlagegrundsätze ist diese optimal, aber die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften dürfen nach dem “Niedrigstwertprinzip” bilanzieren. Dadurch werden große Teile der Kundengelder in die stillen Reserven der Unternehmungen transferiert.  Es sammeln sich riesige Summen an – Gelder die eigentlich den Kunden gehören.

Bei der Fondspolice werden die Sparbeträge der Kunden komplett in einen oder mehrere Investmentfonds angelegt. Der Anleger kann so die möglichen Chancen des Kapitalmarktes nutzen und durch die Kombinationsmöglichkeiten der Fondspolicen auch den gewünschten Versicherungsschutz einkaufen. Diese angesammelten Kundengelder gehören zum Sondervermögen.

Fondspolice und Sondervermögen

Allerdings sollte an dieser Stelle mit einer Aussage aufgeräumt werden, die nur teilweise seine Richtigkeit hat nämlich, dass  das Vermögen der Fondspolice  Sondervermögen sei und damit im Insolvenzfall  der Versicherungsgesellschaft nicht in die Konkursmasse (Aussonderungsrecht) fallen würde.

Eine solche Aussage ist nur insoweit richtig, als das  es sich bei dem Fondsguthaben um Sondervermögen handelt, jedoch gehört dieses der Versicherungsgesellschaft und nicht dem Kunden.  Er ist also nicht Eigentümer des Vermögens und als Nicht-Eigentümer des Fondsdepots kann er keine Aussonderung der Fondsanteile aus der Konkursmasse geltend machen. (Nur zur Klarstellung: Hätte der Kunde direkt auf seinen Namen ein Wertpapierdepot gezeichnet, würde dieses Depot zur Aussonderung berechtigen. Im Insolvenzfall würde das Fondsvermögen auf eine andere Bank übertragen) Mit dieser gesetzlichen Regelung soll eine  klare Abgrenzungen zwischen Bankkapital  und Kundengeldern sichergestellt werden.
Sparguthaben oder Kundengelder der Fondspolice fallen folglich auch bei Insolvenz in die Auffanggesellschaft “Protektor” wie die Guthaben der klassischen Lebens- und Rentenversicherungen. Der § 77a VAG regelt jedoch, dass die Ansprüche der Kunden oder Versicherungsnehmer im Insolvenzfall bevorzugt behandelt werden.

Die Fondspolice als Alternative zur Lebensversicherung

In ihrer Anlagestruktur ist die Lebensversicherung eng an die Vorgaben des Versicherungsaufsichtsgesetz  (VAG) gebunden. Wegen der reglementierten Anlagevorgaben-sie investieren in der Regel in festverzinsliche Papiere und Immobilien und nur zu einem geringen Teil in Aktien- sind bei der Fondspolice in der Vergangenheit  höhere Renditen  erzielt worden, als das bei der Lebensversicherung der Fall war. In der Kombination mit Risikoversicherungen zur Abdeckung biometrischer Risiken (Berufsunfähigkeit, Tod) wurde die Fondspolice ein adäquater Ersatz für die klassischen Lebensversicherungspolicen. Zukünftig werden die Fondspolicen eher noch an Bedeutung für die Altersversorgung zulegen. Geschuldet ist diese Verschiebung zugunsten der Fondspolice u.a. der Novelle des VAG, durch die die Ausschüttung der Überschüsse und Bewertungsreserven an den Kunden fraglich geworden sind.
Für Versicherungsgesellschaften ist die Fondspolice eher weniger Interessant, da die Kapitalansammlung in den Fonds stattfindet und die Gewinne der Fonds aus den Fondspolicen resultierend direkt an das Sondervermögen weitergegeben werden müssen. Die Versicherer haben daher ein Interesse, die Vermögenswerte durch besondere Vertragskonstellationen im eignen Hause zu behalten.

Fondspolice und zu vermeidende vertragliche Konstellationen

Um im Besitz der Vermögenswerte von Fondspolicen zu bleiben, oder diesen Besitz wieder zu erlangen, greifen einige Anbieter von Fondspolicen zu Vertragsbedingungen, die ihnen dieses Ansinnen ermöglichen.
Die angebotene Fondspalette spiegelt oftmals nur die hauseigenen Fonds wider.
Bei der reinen fondsgebundenen Rentenversicherung ohne Todesfallschutz werden die bei Tod vor Rentenbeginn eingezahlten Beiträge zurück erstattet. Die angesammelten Überschüsse verbleiben beim Unternehmen. Alternativ wird angeboten, das Restkapital zu verrenten. Dadurch kommen die Versicherungsgesellschaften wieder in den Besitz des Guthabens. Verstirbt der Versicherte vorzeitig, wird die Rente maximal für die eventuell zugesagte Rentengarantiezeit gezahlt. Danach verfällt das Guthaben  zugunsten der “Versichertengemeinschaft”.
Beitragsfreistellungen durch den Kunden wegen temporärer finanzieller Probleme sind oft erst ab einem Mindestguthaben oder einer Mindestrente möglich.  Erfolgt unterhalb dieser Mindestbeträgen keine Beitragszahlung, kann der Vertrag einseitig vom Versicherungsunternehmen gekündigt werden, natürlich mit einhergehendem Verfall des bis dahin angesammelten Kunden- Guthabens zugunsten der Versicherungsgesellschaft.
Formulierungen für eine automatische Verrentung des Fondsvermögens bei Ablauf, nach denen bei nicht rechtzeitiger Stellungnahme des Kunden (angegeben werden oftmals ein bis zwei Monate) gegenüber der Versicherungsgesellschaft die Verrentung des Kapitals einsetzt, sollten nicht der Maßstab sein. Eine explizite Willenserklärung, ob der Kunde eine Verrentung oder eine Kapitalauszahlung wünscht ist seriöser und kundenfreundlicher.
Ein nicht unerheblicher Faktor ist die Kostenstruktur. Welcher Beitrag wird gezahlt und welche Summe fließt nach Abzug der Kosten (Risikobeiträge, Abschluss- und Verwaltungskosten) zur Anlage in den oder die  Investmentfonds der Fondspolice.

Fondsauswahl nach Anlagestrategie

Fondspolicen beinhalten zur Kapitalanlage einen oder mehrere Fonds, die einer ganz bestimmten Anlagestrategie folgen. Für den Kunden oder Anleger ist es wichtig zu wissen, welche Anlagestrategie jeweils verfolgt wird. Diese Strategie kann  die Anlage in Rentenpapieren verfolgen und damit in eine eher risikoarme Anlage  investieren.  Gegensätzlich kann auch eine Strategie verfolgt werden, die auf Aktien oder Rohstoffe setzt, was gleichbedeutend einer Anlage mit  hohem Risiko ist. Auch eine Mischung dieser risikoarmen und und risikoreichen Anlage wäre möglich.
Diese Strategien sollten-und dass ist entscheidend für die Fondsauswahl-die Risikobereitschaft des Anlegers widerspiegeln. Dem Kunden mit einem ausgeprägten Sinn für Sicherheit wird eine Fondspolice mit  risikoreichen Einzelfonds schlaflose Nächte bereiten. Dagegen werden Anleger, die eher zu einem höheren Ertrag und damit auch zu einer risikoreichen Anlage tendieren, mit Rentenfonds nicht glücklich werden. Diese Anlagestrukturen bekommen oftmals phantasievolle Namen wie Relax, Balance oder Income, etc.

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